Sanierung und Umbau Treppenhaus Sud- und Treberhaus Herne
Adresse
Eickeler Markt 1, 44651 Herne
Bauherr
Stadt Herne
Kauffmann Theilig & Partner
Projektleitung
Thomas Theilig
Projektarchitekten
Shalimar Rennhofer
SOCOTEC Ingenieure AG, Darmstadt
1,5 Mio. €
300 m²
200 m²
Lph. nach HOAI
1 - 5 (6 - 8)
Planungsbeginn
07/2025
Baubeginn
vorr. 06/2026
vorr. 12/2026
Kauffmann Theilig & Partner
Das Sud- und Treberhaus der ehemaligen Brauerei Hülsmann im Herzen von Herne soll ein neues, repräsentatives Treppenhaus erhalten. Der Bestand besteht aus dem Haupthaus und dem aus dem Jahr 1995 vorgelagertem Treppenhaus mit Glasfassade. Das Treppenhaus weist nach über drei Jahrzehnten erhebliche bauphysikalische und konstruktive Mängel auf. Da das Treppenhaus sowohl die Hauptflucht- als auch die einzige vertikale Erschließung der Obergeschosse darstellt, ist eine umfassende Erneuerung zwingend erforderlich. Das Hauptgebäude selbst steht unter Denkmalschutz und wird in seiner Substanz nicht verändert.
Die neue Holzlamellenfassade wird als offene Verkleidung hergestellt. Das Treppenhaus wird damit als vertikale Straße einer ‚gestapelten Nachbarschaft‘ gelesen: Die zukünftigen Nutzungen in den oberen Geschossen sind voneinander unabhängig und sollen nach Fertigstellung der Maßnahme ab Anfang 2027 das Haus beziehen.
Der Entwurf entwickelt das Treppenhaus als eigenständige, skulpturale Figur, die sich aus einer freigeformten Holzhülle und einer präzise gefügten Stahlkonstruktion zusammensetzt. Die äußere Gestalt besteht aus zwei sich nach oben leicht öffnenden Schalen aus Holzlamellen. Der Baukörper bleibt bewusst nicht luftdicht, sondern ist als thermisch kalte, witterungsbeständige Struktur konzipiert. Die gewonnene konstruktive Freiheit ermöglicht eine eigenständige architektonische Aussage, ohne in die Substanz des denkmalgeschützten Hauptgebäudes eingreifen zu müssen. In dem entstandenen Luftraum zwischen Treppe und Holzfigur wird die Treppe durch Gitteroste verlängert. Dadurch kann auf eine zusätzlich Absturzsicherung verzichtet und lediglich nur Handläufe vorgesehen werden. Der Steg zum Treppenhaus wird einfach verglast und nicht luftdicht ausgeführt. Ein Anschluss an das denkmalgeschützte Haupthaus ist nicht notwendig. Dieser Zwischenbereich bildet einen thermisch kalten Windfang aus und wird durch eine zusätzliche Tür Richtung Treppenhaus abgegrenzt. Im Erdgeschoss wird eine dem Treppenlauf folgende Verglasung umgesetzt, damit der Treppenzugang kontrolliert werden kann. Im obersten Geschoss wird auf eine Überdachung des Zwischenstegs verzichtet und es wird nur eine Absturzsicherung vorgesehen.
Im Bestand ist der Treppenlauf statisch an den Aufzugskern angehängt. Die bestehende Dachplatte und der Aufzugskern werden durch ein Stahlbetonskelett in den Betonkranz im Erdgeschoss abgeleitet. Dieses Skelett wird mit seinen vier Eckstützen und den Unterzügen rückgebaut. Die bestehende Fassade sowie der Belag auf den Treppen werden rückgebaut und erneuert. Die Anschluss- und Schnittstellen sowie der restliche Rohbau werden saniert und witterungsresistent ertüchtigt. Dies betrifft auch die Aufzugsanlage.