Neues Rathaus | Aschheim
Adresse
Ismaninger Straße 10
85609 Aschheim
Bauherrin
Gemeinde Aschheim
Projektleitung
Thomas Theilig
Projektarchitekten
Jonas Haug, Shalimar Rennhofer, Felix Eiffler, Malin Thalheimer, Jana Krämer, Kübra Türk, Thilo Mey
Lilli Moser, Luis Heni, Cosima Frank
BGF
6.050 m²
BRI
18.500 m³
1 - 8 (9)
12/2022
Planungsbeginn
03/2023
Baubeginn
06/2026
Fertigstellung
vorr. 06/2028
Eine neue Ortsmitte
Das neue Rathaus versteht sich als offenes Haus der Gemeinde – als Ort der Demokratie, der Verwaltung und der Begegnung. Es vereint Gemeinderat, Verwaltung und Standesamt unter einem Dach und schafft einen einladenden, niederschwelligen Anlaufpunkt für die Bürgerinnen und Bürger Aschheims und Dornachs. Das Gebäude vermittelt Respekt gegenüber den öffentlichen Institutionen, ohne Distanz zu erzeugen, und verbindet repräsentative Aufgaben mit einer selbstverständlichen Zugänglichkeit. Der Entwurf entwickelt sich aus den ortstypischen Strukturen Aschheims. Die giebelständige Bebauung entlang der Ismaninger Straße wird selbstverständlich fortgeführt, während die charakteristischen Durchblicke und Grünräume erhalten bleiben. Durch das Zurücksetzen des südlichen Baukörpers entsteht ein neuer Rathausplatz, der gemeinsam mit dem Marktplatz die Ortsmitte stärkt. Eine markante Esche – der Wappenbaum der Gemeinde – bildet den identitätsstiftenden Mittelpunkt und schafft eine prägnante Adresse mit hoher Aufenthaltsqualität.
Architektur und Nutzung
Das Rathaus besteht aus zwei Baukörpern, die über eine transparente Glasfuge miteinander verbunden sind. Diese bildet den zentralen Eingangsbereich mit Information, Foyer und großzügiger Erschließung und sorgt für eine klare Orientierung im Gebäude. Im Erdgeschoss befinden sich die publikumsintensiven Verwaltungsbereiche, der Trausaal sowie eine kleine gastronomische Nutzung, wodurch Rathaus und Rathausplatz zu einem lebendigen Treffpunkt werden. Ein ruhiger Garten auf der Rückseite ergänzt den öffentlichen Platz und bietet sowohl dem Trausaal als auch den Bürobereichen einen geschützten Außenraum. Der Gemeinderatssaal nutzt das Volumen des ortstypischen Satteldachs im zweiten Obergeschoss und erhält dadurch einen besonderen räumlichen Charakter. Eine Tiefgarage unter dem Gebäude nimmt den ruhenden Verkehr auf und verbessert die Aufenthaltsqualität im Ortskern. Die Erschließung ermöglicht eine unabhängige Nutzung aller Bereiche; das gesamte Gebäude ist selbstverständlich barrierefrei.
Materialität und Konstruktion
Architektur, Konstruktion und Materialität bilden eine klare gestalterische Einheit. Die beiden massiven unteren Geschosse erhalten eine helle Putzfassade, die sich harmonisch in das Ortsbild einfügt. Darüber entwickelt sich das hölzerne Dachgeschoss, dessen Konstruktion durch ein umlaufendes Fensterband sichtbar wird und den Innenräumen großzügige Belichtung sowie weite Ausblicke ermöglicht. Das Blechdach integriert Photovoltaikelemente. Im Inneren sorgen flexible Grundrisse, hochwertige Materialien und teilweise transparente Trennwände für eine langlebige und anpassungsfähige Nutzung. Naturstein im Eingangsbereich und Parkett in Trau- und Sitzungssaal unterstreichen die Wertigkeit der öffentlichen Räume.
Nachhaltigkeit und Energie
Das kompakte Gebäude überzeugt durch ein günstiges Verhältnis von Oberfläche zu Volumen und schafft damit die Grundlage für einen energieeffizienten Betrieb. Die Wärmeversorgung erfolgt nachhaltig über Fernwärme und Wärmepumpe, ergänzt durch Deckenstrahlplatten für eine flexible und komfortable Temperierung. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie außenliegender Sonnenschutz unterstützen den energieoptimierten Betrieb. Photovoltaik auf den Dachflächen ermöglicht eine effiziente Eigenstromerzeugung und trägt zur sommerlichen Kühlung bei. Regenwasser wird soweit möglich auf dem Grundstück versickert. So entsteht ein langlebiges, ressourcenschonendes Rathaus, das Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität gleichermaßen vereint.




